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Blasenentzündung bei Katzen: Das Wichtigste im Überblick

Eine Blasenentzündung gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Harntrakts bei Katzen und kann für betroffene Tiere sehr schmerzhaft sein. Viele Stubentiger entwickeln im Laufe ihres Lebens mindestens eine Episode einer Zystitis – oft sogar ohne eindeutige Ursache. Umso wichtiger ist es, Symptome frühzeitig zu erkennen, Risikofaktoren zu verstehen und zu wissen, wann tierärztliche Hilfe notwendig ist. Dieser Überblick soll dir helfen, die Erkrankung besser einzuordnen und deiner Katze im Ernstfall schnell und gezielt Unterstützung bieten zu können

Häufigkeit

häufig, bis zu 50% Rezidivrate

Anfällige Tiere

Wohnungskatzen, Mehrkatzenhaushalt, übergewichtige Tiere

Symptome

häufiger, z.T. schmerzhafter Urinabsatz, Blut im Urin, Unsauberkeit

Behandlung

Ursache behandeln, Haltungsbedingungen optimieren

Was ist eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung (Zystitis) ist eine Entzündung der Harnblase und gehört zu den Erkrankungen des unteren Harntrakts. Sie kann unter anderem bakteriell, durch Harnsteine oder idiopathisch entstehen. Diei diopathische Zystitis ist dabei die häufigste Form und macht etwa 55–65 % aller Fälle aus. Idiopathisch bedeutet, dass keine erkennbare Ursache vorliegt. Es handelt sich dabei um eine Ausschlussdiagnose, das heisst, dass zuvor alle anderen möglichen Ursachen ausgeschlossen werden müssen.

Risikofaktoren

Reine Wohnungskatzen haben ein erhöhtes Risiko, an einer Blasenentzündung zu erkranken. Auch ein Mehrkatzenhaushalt sowie Stress oder Konflikte zwischen den Tieren gelten als bedeutende Risikofaktoren. Übergewichtige Katzen oder Tiere mit bestimmten Grunderkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus, entwickeln ebenfalls häufiger eine Blasenentzündung. Zudem kann auch die Verwendung von nicht klumpendem Katzenstreu das Risiko erhöhen.

Ursachen

Die Ursachen einer Blasenentzündung bei der Katze sind vielfältig, und bevor man von einer idiopathischen Zystitis spricht, müssen alle anderen möglichen Auslöser sorgfältig ausgeschlossen werden. Ein wichtigerUnterschied zum Hund besteht darin, dass junge, ansonsten gesunde Katzen mit typischen Symptomen einer Blasenentzündung nur selten tatsächlich eine bakterielle Infektion haben.

  • idiopathische Zystitis (55-65% der Fälle)
  • bakterielle Infektion (selten bei gesunden, jungen Katze)
  • Harnsteine / Kristalle (z.B. Struvit, Calciumoxalat)
  • chronische Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus)
  • Trauma
  • Harnblasentumoren
  • verschiedenes (z.B. angeborene Erkrankungen oder neurologische Erkrankungen

Typische Symptome

  • Häufiger Harndrang (viele kleine Urinmengen oder deine Katze will häufig nach draussen gehen) 
  • Schmerzäusserung beim Urinieren
  • Blut im Urin (Hämaturie)
  • Unsauberkeit / Harnabsatzausserhalb der Toilette
  • Unruhe, Lautäußerungen beim Toilettengang
  • Overgrooming: exzessives Putzverhalten vor allem an der Bauchregion

ACHTUNG bei Katern: wenn trotz Toilettengang kein Urin abgesetzt wird, kann eine Harnröhrenverstopfung vorliegen → das ist ein akuter Notfall

Unser Tipp: Du bist dir unsicher, ob deine Katze eine Blasenentzündung hat, und möchtest eine tierärztliche Einschätzung? Als Calingo Kund:in kannst du rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr bequem von zuhause aus mit einer tiermedizinischen Fachperson sprechen. Per Chat, Telefon oder Video, ganz ohne Voranmeldung.

Diagnose

Die Diagnose stützt sich zunächst auf die von dir beobachteten Symptome sowie auf die klinische Untersuchung durch den Tierarzt. Eine umfassende Urinuntersuchung und eine bildgebende Diagnostik sind zwar nicht in jedem Fall sofort möglich, sollten jedoch spätestens dann durchgeführt werden, wenn die Erkrankung erneut auftritt. Nur so lässt sich zuverlässig feststellen, ob eine bakterielle Infektion, Harnsteine oder andere Ursachen vorliegen.

Empfohlene diagnostische Verfahren:

  • Harnuntersuchung mit bakteriologischer Kultur
  • Ultraschall und Röntgen zur Abklärung von Harnsteinen, anatomischen Besonderheiten oder Neoplasien
  • Blutuntersuchung bei wiederkehrenden oder komplizierten Fällen

Behandlung

Die Behandlung einer Blasenentzündung richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache. Liegt eine bakterielle Infektion vor, kommt in der Regel eine gezielte Therapie mit Antibiotika zum Einsatz. Werden hingegen Harnsteine festgestellt, wird entweder durch spezielle Diäten versucht, bestimmte Steinarten – wie beispielsweise Struvitsteine – aufzulösen, oder es wird eine operative Entfernung der Steine notwendig.

Bei der idiopathischen Zystitis konzentriert sich die Behandlung – ebenso wie bei anderen entzündlichen Erkrankungen der Harnblase – vor allem darauf, die Schmerzen der Katze zu lindern, Stressfaktoren im Umfeld zu reduzieren, die Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen und die Haltungsbedingungen so zu gestalten, dass erneute Entzündungsphasen möglichst verhindert werden.

  • Schmerzmittel (in Absprache mit demeigenen Tierarzt)
  • Spezielle Diäten (zur Steinvorsorge) und Ergänzungsfuttermitteln (Glucosamine)
  • Stressreduktion (Rückzugorte = Safe Places, Pheromonen)
  • Förderung der Wasseraufnahme (Katzenbrunnen, immer saubere Wassernäpfe, verschiedene frische Wassernäpfe)
  • Toilettenmanagement: Auf Sauberkeit achten, parfümierter Katzensand vermeiden, Anzahl Toiletten erhöhen (Anzahl Toiletten= Anzahl der Katzen + 1)

Gibt es Hausmitteln gegen eine Blasenentzündung?

Cranberry-Extrakte, Probiotika oder D-Mannose gelten oft als unterstützende Maßnahmen. Aktuell gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege, dass sie Katzen tatsächlich helfen.

Wann muss ich zum Tierarzt gehen?

Wenn deine Katze Schmerzen beim Urinieren zeigt, Blut im Urin hat, die Beschwerden länger als 24 bis 48 Stunden anhalten oder immer wieder auftreten, solltest du tierärztliche Hilfe aufsuchen; setzt dein Kater gar keinen Urin mehr ab, handelt es sich um einen akuten Notfall.

Besondere Herausforderungen

Die Therapie einer Zystitis kann sowohl für Tierbesitzer als auch für Tierärzte frustrierend sein, da diese Erkrankung selbst bei korrekt durchgeführter Behandlung häufig erneut auftritt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Katze nach einer ersten Episode wieder an einer Blasenentzündung erkrankt, liegt bei über 50 % – und das unabhängig von der jeweiligen Ursache.
Eine langfristige Besserung lässt sich nur erreichen, wenn die Lebensbedingungen der Katze umfassend optimiert werden. Entscheidend ist dabei, Faktoren wie Stress, Umgebungsanreize, Toilettenhygiene und Wasseraufnahme so zu beeinflussen, dass sich die Blase möglichst wenig reizt und erneute Entzündungen vermieden werden.

Ausblick

Interessant sind neuere Forschungsansätze, die über die klassische Therapie hinausgehen: Erste vielversprechende Studien deuten darauf hin, dass bei männlichen Katern in besonders hartnäckigen Fällen eine Radiotherapie der Harnblase zu einer deutlichen Symptomreduktion oder sogar zu einer anhaltenden Besserung führen kann. Obwohl diese Methode noch nicht zum Standard gehört, zeigt sie potenziell therapeutischen Nutzen für Tiere, bei denen herkömmliche Maßnahmen nicht ausreichend greifen.

Übernimmt Calingo Kosten bei einer Blasenentzündung?

Ja – Behandlungen und Tierarztkosten im Zusammenhang mit einer Blasenentzündung sind bei Calingo im Rahmen der gewählten Deckung mitversichert (Details gemäss AVB).Stelle dir hier die Katzenversicherung für deine Fellnase zusammen.

Von Haustiereltern für Haustiereltern

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