Eine Diagnose wie FIP kann für jeden Katzenbesitzer ein großer Schock sein. Viele Menschen haben noch im Kopf, dass FIP eine unheilbare, schnell tödlich verlaufende Erkrankung ist. Das war tatsächlich lange Zeit so. Früher kamen Katzen mit Fieber, gelblichen Schleimhäuten und einem mit Flüssigkeit gefüllten, prallen Bauch (Aszites) in die Praxis. Die Behandlung richtete sich meistens nur nach den Symptomen, und die meisten Katzen starben. Das hat sich heute komplett geändert. Eine FIP-Diagnose bedeutet nicht mehr automatisch das Ende. Dank neuer, hochwirksamer, antiviraler Medikamente können die meisten Katzen wieder gesund werden – wenn man schnell handelt und die Therapie tierärztlich begleitet durchführt.
ca. 1-2 % der Katzenpopulation
Junge Katzen
Mehrkatzenhaushalt
männliche Tiere häufiger betroffen
Apathie, Anorexie
Fieber
Aszites
Gelbsucht, Augenveränderungen, neurologische Symptome
antivirale Medikamente
unterstützende Therapie
FIP, oder Feline Infektiöse Peritonitis, entsteht nicht durch ein gefährliches Virus von außen, sondern durch eine Mutation eines normalerweise harmlosen felinen Coronavirus, das bei der Mehrheit aller Katzen ganz selbstverständlich zur Darmflora gehört und meist nur milden Durchfall verursacht. In einigen wenigen Fällen verändert sich dieses sonst harmlose Virus jedoch im Körper der Katze so stark, dass es sich in ein FIP auslösendes Virus verwandelt. Warum diese Mutation bei manchen Katzen auftritt und bei anderen nicht, hängt vor allem von der individuellen Immunabwehr und vom Stresslevel ab. Besonders gefährdet sind junge Katzen unter zwei Jahren, Tiere aus Mehrkatzenhaltungen oder Zuchten sowie auch männliche Tiere, da sie häufiger unter Stress oder hoher Viruslast stehen.
Das „normale“ feline Coronavirus (FECV) ist in 54–97 % aller Mehrkatzenhaushalte nachweisbar und in der Regel völlig ungefährlich. Erst die Mutation im Körper ermöglicht es dem Virus, bestimmte Immunzellen – sogenannte Makrophagen – zu infizieren und sich über den gesamten Organismus auszubreiten.
Ist FIP ansteckend? Nein, denn das mutierte Coronavirus ist nicht direkt übertragbar, da die Mutation im Körper der Katze stattfindet.
FIP tritt besonders häufig bei jungen Katzen auf: Mehr als die Hälfte aller betroffenen Tiere ist jünger als zwei Jahre. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle, denn männliche Katzen erkranken statistisch häufiger als weibliche. Ein weiterer großer Einflussfaktor ist das Umfeld der Katze. In Mehrkatzenhaushalten, Zuchten oder Tierheimen ist die Viruslast naturgemäß höher, und Stress – etwa durch Umzüge, Vergesellschaftungen, Kastrationen oder andere Krankheiten – erleichtert die Mutation des harmlosen Coronavirus zur FIP auslösenden Variante. Rassekatzen sind in den Statistiken leicht überrepräsentiert, was jedoch nicht an einer genetischen Veranlagung liegt, sondern daran, dass sie häufiger in Gruppen gehalten werden und damit denselben Stress und Infektionsfaktoren ausgesetzt sind wie andere Katzen in größeren Beständen.
Die Symptome einer FIP können sehr unterschiedlich sein und beginnen häufig mit eher unspezifischen Veränderungen, die auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können. Viele betroffene Katzen wirken zunächst einfach ungewöhnlich ruhig oder abgeschlagen. Sie schlafen mehr als sonst, verlieren an Interesse an ihrer Umgebung und wirken insgesamt weniger aktiv.
Weitere Anzeichen sind:
FIP ist keine einheitliche Erkrankung, sondern kann sich auf sehr unterschiedliche Weise zeigen. Je nachdem, wie das Immunsystem der Katze reagiert und welche Organe betroffen sind, treten verschiedene Verlaufsformen auf. Am bekanntesten sind die feuchte und die trockene Form, doch auch Augen- und neurologische Manifestationen kommen vor. Gelegentlich treten die Erkrankungsformen sogar kombiniert auf. Diese gemischte Form vereint Merkmale verschiedener Verlaufsformen. Jede dieser Formen hat typische Symptome und verläuft unterschiedlich schwer, was die Diagnose manchmal zusätzlich erschwert.
Bist du unsicher, ob deine Katze Anzeichen einer FIP zeigt und eine tierärztliche Untersuchung benötigt?
Calingo‑Kund:innen können kostenlos und rund um die Uhr (24/7) bequem von zuhause aus, eine tierärztliche Beratung anfordern – einfach über den Telemedizin‑Button unten rechts.
Da es kein einzelnes sicheres FIP‑Testverfahren gibt, wird die Diagnose Schritt für Schritt gestellt – man spricht vom„Bausteinprinzip“. Tierärztinnen und Tierärzte werten gemeinsam die Krankengeschichte, die klinische Untersuchung, Blutwerte, Ultraschallbefunde und gegebenenfalls spezielle Laboruntersuchungen wie PCR aus Flüssigkeiten oder Gewebeproben aus.
Die wichtigste Bausteine:
Je nach individuellem Fall können zusätzlich weitere Untersuchungen notwendig sein, wie zum Beispiel eine Harnuntersuchung, zusätzliche Labortests oder weiterführende bildgebende Verfahren wie Röntgen oder ein CT, um die Diagnose FIP zu stützen oder andere Erkrankungen sicher auszuschließen.
Eine antivirale Therapie (GS‑441524) ist seit September 2025 in der Schweiz legal erhältlich. Die Therapie erfolgt mit der Gabe des Medikamentes per oral, einmal täglich, über circa 6 Wochen (Achtung: die genauen Behandlungsprotokolle können je nach Schema und individueller Situation variieren).
Eine begleitende Therapie, wie zum Beispiel Flüssigkeitstherapie, Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Appetitstimulanzien oder Behandlung von sekundären bakteriellen Infektionen, sind je nach Schweregrad indiziert.
Die Überlebensrate liegt bei circa 80-92 % und nur selten kommt es zu Rückfällen. Ein früher Therapiebeginn erhöht massiv die Überlebenschance.
Auch wenn die Diagnose FIP für viele Katzenhalter zunächst beängstigend klingt, hat sich die Situation in den letzten Jahren grundlegend verändert. Dank der heutigen, sicheren und wirksamen Therapieoptionen besteht für die allermeisten betroffenen Katzen eine gute Chance auf vollständige Genesung. Entscheidend sind eine frühzeitige Diagnose, eine engmaschige tierärztliche Betreuung und eine konsequent durchgeführte Behandlung.
Mit der legalen Verfügbarkeit des Medikaments stehen Katzenhaltern heute Wege offen, die früher nicht möglich waren. FIP ist damit keine hoffnungslose Diagnose mehr – im Gegenteil: Mit der richtigen Unterstützung kann Ihre Katze wieder ein gesundes und glückliches Leben führen.
Ja. Seit das Medikament zur Behandlung der FIP offiziell und legal verabreicht werden darf, übernimmt Calingo die entstehenden Kosten im Rahmen der gültigen Versicherungsbedingungen (gemäss AVB). Das bedeutet, dass sowohl die Diagnostik als auch die Therapie – einschließlich des antiviralen Medikaments sowie notwendiger Kontrolluntersuchungen – von der Versicherung gedeckt sind, sofern die Katze entsprechend versichert ist.
Die Gesundheit deiner Fellnase ist unser Job
