Die Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) ist die häufigste hormonelle Erkrankung älterer Katzen.
Die geliebte Samtpfote verändert sich mit den Jahren – frisst mehr, wirkt unruhiger oder nimmt trotz gutem Appetit ab. Hinter diesen unscheinbaren Anzeichen kann eine Hyperthyreose, eine Schilddrüsenüberfunktion, stecken. Frühzeitig entdeckt, lässt sich diese häufige Erkrankung älterer Katzen sehr gut behandeln.
circa 10% der Seniorenkatzen (>10 Jahren alt) sind betroffen
keine Rassenprädisposition
Katzen > 8 Jahren
Gewichtsverlust
vermehrtes Trinken und Harn absetzen
gesteigertes Appetit
Erbrechen / Durchfall
Medikamente
Radiojodtherapie
Futter
Chirurgie
Unter Hyperthyreose versteht man eine krankhafte Überproduktion von Schilddrüsenhormonen.
Diese Hormone steuern den Stoffwechsel– sind es zu viele, läuft der gesamte Körper „auf Hochtouren“.
Was bedeutet das? Wenn zu viele Schilddrüsenhormone im Blut zirkulieren, wird der Stoffwechsel der Katze unnatürlich beschleunigt. Das heisst:
Die Schilddrüse gibt dem ganzen Körper ein dauerhaftes „Vollgas-Signal“ –auch wenn es gar nicht nötig ist.
In den meisten Fällen wird eine Hyperthyreose durch gutartige Veränderungen der Schilddrüse ausgelöst. Gutartige Adenome oder eine knotige Hyperplasie machen zusammen rund 98 % der Fälle aus und häufig sind beide Schilddrüsen betroffen (beide Lappen, rechts und links).
Schilddrüsenkarzinome (bösartige Veränderungen) sind selten und kommen bei circa 2 % der Katzen vor.
Die Schilddrüsenüberfunktion ist eine Krankheit der Seniorenkatze, die im Durchschnitt über 8 Jahren alt ist.
Folgende Symptome treten häufig auf:
Weniger häufig kommen eine reduzierte Futteraufnahme oder Aggressivität vor.
Die Diagnose einer Hyperthyreose basiert auf einer Kombination aus klinischer Untersuchung und Laborwerten. Zunächst wird die Katze gründlich untersucht. Dabei kann der Tierarzt in einigen Fällen eine vergrösserte Schilddrüse ertasten, was bereits einen ersten Hinweis auf die Erkrankung gibt.
Ein zentraler Bestandteil der Diagnostik ist die Blutuntersuchung, insbesondere die Bestimmung des Gesamt-T4-Wertes. Ein erhöhter T4-Wert bestätigt häufig schon die Diagnose.
In unklaren Fällen, etwa bei Grenzwerten oder gleichzeitig bestehenden anderen Erkrankungen, können zusätzliche hormonelle Parameter wie freies T4 (fT4) oder TSH bestimmt werden, um die Diagnose abzusichern.
Da die Hyperthyreose oft mit anderen Erkrankungen einhergeht oder diese anfangs überdecken kann, wird in der Regel eine komplette Blutuntersuchung empfohlen. Je nach individuellem Befund können weitere diagnostische Schritte sinnvoll sein, darunter eine Blutdruckmessung, Röntgenaufnahmen, ein Herzultraschall sowie ein Bauchultraschall.
Diese ergänzenden Untersuchungen helfen dabei, ein möglichst vollständiges Bild des allgemeinen Gesundheitszustands der Katze zu gewinnen und die Therapie optimal zu planen.
Es gibt mehrere etablierte Behandlungsmethoden. Welche geeignet ist, hängt vom Gesundheitszustand der Katze, ihrer Lebenssituation und den Wünschen des Besitzers ab. Und nicht zuletzt entscheidet auch die Katze selbst ein wenig mit – nämlich dadurch, ob sie Tabletten zuverlässig akzeptiert oder ob sie bereit ist, ein bestimmtes Spezialfutter zu fressen.
Egal, ob es um Abklärungen oder die Behandlung einer Hyperthyreose geht – mit Calingo sind deine Katze und die entstehenden Tierarztkosten im Rahmen der gewählten Deckung und der jeweils gültigen Versicherungsbedingungen bestens abgesichert.
Nach Beginn der Therapie sind regelmässige und engmaschige Kontrollen entscheidend, um die Behandlung optimal einzustellen und mögliche Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen. Typischerweise erfolgen die Kontrollen wie folgt:
Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist eine häufige Erkrankung älterer Katzen und betrifft bis zu 30 % der Katzenpopulation im Seniorenalter. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Katze sowohl an einer Hyperthyreose als auch an einer CNI leidet.
Bei einer unbehandelten Hyperthyreose ist der Stoffwechsel stark beschleunigt. Dadurch arbeiten auch die Nieren auf Hochtouren, was zu einer erhöhten Filtrationsrate führt. Dieser Zustand kann eine beginnende Nierenerkrankung überdecken.
Sobald die Schilddrüse durch die Therapie wieder normal arbeitet, normalisiert sich die Nierenleistung – und dadurch kann eine zuvor verborgene Nierenerkrankung sichtbar werden.
Aus diesem Grund kontrollieren Tierärzt:innen die Nierenwerte parallel zu den Schilddrüsenwerten. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Therapieüberwachung.
Eine unbehandelte Hyperthyreose kann zu ernsthaften Folgeerkrankungen führen, wie zum Beispiel Bluthochdruck (Hypertension), Herzerkrankungen (insbesondere eine hypertrophe Kardiomyopathie) oder eine fortschreitende Schädigung der Nieren.
Hyperthyreose ist zwar eine chronische Erkrankung, aber sehr gut behandelbar. Die meisten Katzen führen mit der richtigen Therapie ein völlig normales Leben. Eine frühzeitige Diagnose und regelmässige Kontrollen sind entscheidend für eine normale Lebenserwartung.
Falls deine Seniorenkatze in letzter Zeit ungewollt abgenommen hat, lohnt es sich, frühzeitig eine fachliche Einschätzung einzuholen. Calingo‑Kund:innen profitieren von einem kostenlosen telemedizinischen Angebot – rund um die Uhr, 24/7 und bequem von zu Hause aus (siehe Button unten rechts).
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