Heizungsluft und Wassernapf: Trinkt deine Katze im Winter genug?
Die Heizung läuft, deine Katze hat ihren Lieblingsplatz direkt daneben gefunden und der Wassernapf bleibt fast unberührt? Katzen sind echte Trinkmuffel, und im Winter wird das oft noch ausgeprägter. Wir zeigen dir, warum zu wenig Wasser auf Blase und Nieren schlagen kann, auf welche Warnzeichen du achten solltest und mit welchen Tricks deine Samtpfote wieder mehr trinkt.

Geborene Trinkmuffel
Dass deine Katze kaum trinkt, hat einen Grund: Ihre Vorfahren lebten in trockenen Regionen und holten sich einen Grossteil ihrer Flüssigkeit aus der Beute. Ein Durstgefühl wie wir haben Katzen deshalb kaum. Das Problem: Unsere Hauskatzen fressen keine Mäuse mehr, sondern oft Trockenfutter. Und das enthält nur rund 7 bis 10 Prozent Wasser.
Als Faustregel gilt: Eine Katze braucht pro Tag rund 50 bis 60 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Für eine vier Kilogramm schwere Katze sind das also etwa 200 bis 240 Milliliter, ungefähr ein grosses Glas. Ein Teil davon kommt über das Futter, den Rest muss sie trinken.
Warum der Winter es nicht einfacher macht
Im Winter kommen gleich mehrere Dinge zusammen. Die trockene Heizungsluft entzieht dem Körper Feuchtigkeit, während sich deine Katze oft weniger bewegt und mehr schläft. Freigängerinnen und Freigänger bleiben bei Kälte und Regen lieber drinnen, was für manche Katzen auch Stress bedeutet. Weniger Bewegung, weniger Trinken und Stress gelten als wichtige Risikofaktoren für Probleme mit der Blase. Gute Gründe also, den Wassernapf jetzt besonders im Blick zu behalten.

Was zu wenig Wasser mit Blase und Nieren macht
Trinkt deine Katze zu wenig, wird ihr Urin stärker konzentriert. Dadurch können sich leichter Kristalle oder Harnsteine bilden und die Blase kann sich entzünden. Erkrankungen der unteren Harnwege gehören zu den häufigsten Gründen für einen Tierarztbesuch bei Katzen. Oft spielt dabei Stress eine grössere Rolle als Bakterien. Fachleute sprechen dann von einer idiopathischen Blasenentzündung. Vor allem Wohnungskatzen, übergewichtige und wenig aktive Katzen sowie Katzen in Mehrkatzenhaushalten sind betroffen.
Besonders gefährlich ist es für Kater: Ihre Harnröhre ist lang und eng und kann durch Kristalle oder Entzündungsmaterial verstopfen. Ein Harnverschluss ist ein echter Notfall, der ohne schnelle Behandlung lebensbedrohlich wird. Und bei älteren Katzen werden auch die Nieren auf Dauer stärker belastet, wenn sie zu wenig Flüssigkeit bekommen.
Warnzeichen: Wann du handeln solltest
Beobachte das Verhalten deiner Katze rund ums Katzenklo. Geht sie häufig hin, setzt aber nur kleine Mengen ab? Presst sie, miaut sie dabei oder entdeckst du Blut im Urin? Pinkelt sie plötzlich neben das Katzenklo oder leckt sie sich auffällig oft im Genitalbereich? All das sind Hinweise auf ein Problem mit der Blase, das tierärztlich abgeklärt werden sollte.
Wichtig: Wenn dein Kater presst und gar kein Urin kommt, warte nicht ab. Bring ihn sofort in eine Tierarztpraxis oder Notfallklinik, auch nachts und am Wochenende. Selbstverständlich übernimmt Calingo auch die Kosten bei einem Notfall.
Du bist dir nicht sicher, ob es sich um einen Notfall handelt, oder hast allgemeine Fragen zur Gesundheit deines Haustieres? Als Calingo-Kund:in profitierst du von einer kostenlosen, unbegrenzten Online-Tierarztberatung – und das rund um die Uhr
Sieben Tricks für mehr Wasser im Napf
Die gute Nachricht: Mit ein paar Kniffen bringst du auch eingefleischte Trinkmuffel zum Trinken.

- Mehrere Wasserstellen: Stell in der Wohnung zwei bis drei Näpfe auf, damit immer einer in der Nähe ist.
- Weg vom Futter und vom Katzenklo: Viele Katzen trinken nicht gerne direkt neben dem Futternapf und schon gar nicht neben dem Klo.
- Breite, flache Schalen: Katzen mögen es nicht, wenn ihre Schnurrhaare den Rand berühren. Glas oder Keramik sind ideal.
- Frisches Wasser: Wechsle das Wasser täglich. Manche Katzen bevorzugen allerdings Wasser, das schon etwas gestanden hat. Probier aus, was deiner gefällt.
- Bewegtes Wasser: Ein Trinkbrunnen weckt bei vielen Katzen den Spieltrieb und die Neugier.
- Nassfutter: Es besteht zum grössten Teil aus Wasser. Schon eine Portion Nassfutter am Tag macht einen Unterschied.
- Etwas Wasser ins Futter: Ein Schuss lauwarmes Wasser im Nassfutter fällt den meisten Katzen gar nicht auf.
Mehr dazu, wie eine ausgewogene Katzenernährung aussieht, erfährst du in unserem Ratgeber Wie füttere ich meine Katze richtig?.
Und du? Heizungsluft trifft auch dich
Trockene Augen, rissige Lippen, ein kratziger Hals am Morgen: Die Heizungsluft macht auch dir zu schaffen. Das Bundesamt für Gesundheit BAG empfiehlt in der Heizperiode eine Luftfeuchtigkeit von rund 30 bis 50 Prozent, an sehr kalten Tagen eher um 40 Prozent, damit sich kein Schimmel bildet. Dazu gehört dreimal täglich Stosslüften für fünf bis zehn Minuten statt Fenster in Kippstellung. Gutes Raumklima tut auch deiner Katze gut, denn sehr trockene Schleimhäute sind anfälliger für Infekte wie den Katzenschnupfen. Und wenn du gerade den Wassernapf deiner Katze auffüllst: Ein Glas Wasser für dich schadet auch nicht.
Unser Tipp: Deine Katze geht auffällig oft aufs Katzenklo oder trinkt plötzlich viel mehr als sonst? Als Calingo Kund:in kannst du unseren Online-Tierarzt rund um die Uhr und unlimitiert kontaktieren und abklären, wie dringend ein Tierarztbesuch ist.
Ein voller Wassernapf ist ein einfacher, aber wichtiger Schritt für die Gesundheit deiner Katze. Und wenn es doch einmal zu Blasenproblemen kommt, bist du mit der Calingo Katzenversicherung gut abgesichert.
Als Faustregel gelten rund 50 bis 60 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht, inklusive des Wassers aus dem Futter. Katzen, die viel Nassfutter fressen, trinken deshalb oft deutlich weniger aus dem Napf, und das ist in Ordnung.
Nein. Viele erwachsene Katzen vertragen den Milchzucker nicht gut und reagieren mit Durchfall. Wasser ist und bleibt das beste Getränk für deine Katze.
Nicht zwingend, aber viele Katzen trinken aus einem Brunnen lieber. Wenn deine Katze zu wenig trinkt, ist er einen Versuch wert. Achte darauf, ihn regelmässig zu reinigen.
Ein plötzlich deutlich gesteigerter Durst kann auf Erkrankungen wie Diabetes, eine Nierenerkrankung oder eine Schilddrüsenüberfunktion hinweisen. Lass das bitte tierärztlich abklären.
Von Haustiereltern für Haustiereltern
Die Gesundheit deiner Fellnase ist unser Job







